28
Feb
2012

warum es äußerst bedenklich ist, den gesetzen des gottes Jahwe zu folgen …

3. Mose
Kap. 20
Vers 9 ff


- 9 Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes sterben. Sein Blut sei auf ihm, daß er seinem Vater oder seiner Mutter geflucht hat.
- 10 Wer die Ehe bricht mit jemandes Weibe, der soll des Todes sterben. beide, Ehebrecher und Ehebrecherin, darum daß er mit seines Nächsten Weibe die Ehe gebrochen hat.
- 11 Wenn jemand bei seines Vaters Weibe schläft, daß er seines Vater Blöße aufgedeckt hat, die sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.
- 12 Wenn jemand bei seiner Schwiegertochter schläft, so sollen sie beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.
- 13 Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe, die haben einen Greuel getan und sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.
- 14 Wenn jemand ein Weib nimmt und ihre Mutter dazu, der hat einen Frevel verwirkt; man soll ihn mit Feuer verbrennen und sie beide auch, daß kein Frevel sei unter euch.

- 17 Wenn jemand seine Schwester nimmt, seines Vaters Tochter oder seiner Mutter Tochter, und ihre Blöße schaut und sie wieder seine Blöße, das ist Blutschande. Die sollen ausgerottet werden vor den Leuten ihres Volks; denn er hat seiner Schwester Blöße aufgedeckt; er soll seine Missetat tragen.
- 18 Wenn ein Mann beim Weibe schläft zur Zeit ihrer Krankheit und entblößt ihre Scham und deckt ihren Brunnen auf, und entblößt den Brunnen ihres Bluts, die sollen beide aus ihrem Volk ausgerottet werden.

die welt sie wäre öd´und leer
entvölkert bis zum gehtnichtmehr
wenn alle richter die drauf wandeln
ganz streng nach diesen regeln handeln

das töten wär´ein sich´rer job
weil nicht nur zwielichtiger mob
nein auch die frömmelnden gestalten
sich dieser sünden kaum enhalten
onkel_nolte
zum glück ihr freunde rings im kreis
wir selber sind vielleicht beweis
nimmt keiner ernst die wirren pflichten
wer will schon gern auf lust verzichten
Falkin - 28. Feb, 13:39

ich empfehle die Auswahl anderer Kapitel... z.B.: Sex und Erotik in der Bibel ;))

Bubi40 - 28. Feb, 13:42

WUNDERBAR ...
es ist dies, davon bin ich fest überzeugt, die wohl schönste liebeserklärung der gesamten weltliteratur, und ich danke ganz explizit, dass sie die notwendigkeit einer ausgleichenden textauswahl erkannt haben, sie bedienen, und damit sofort (wer hätte es auch anders erwartet) einen vollen erfolg verbuchen dürfen ...
es folgt ein tiefer knicks ...
steppenhund - 28. Feb, 15:00

Ich muss gestehen, ich bin für das Hohe Lied Salomons zu banausig. Mit den Metaphern fange ich überhaupt nichts an und wenn ich an den Most aus den Äpfeln denke, frage ich mich, ob Muttermilch sauer sein kann.
-
Wenn es wirklich erotische Literatur sein soll, dann bitte "Black Marigolds", ein Liebesgedicht aus dem Sanskrit.

http://www.olywa.net/yosemiteflash/blkmrgld.htm

Momentan finde ich nur eine englische Übersetzung. Gefunden habe ich dieses Gedicht vor langen Jahren in Cannery Row, Strasse der Ölsardinen von John Steinbeck.

Dazu fällt mir nur ein, was eine Hure dann in der Fortsetzung "Wonniger Donnerstag" sagt: "Mein Gott, ist das schön!".

Die letzte Strophe:
Even now
I know that I have savored the hot taste of life
Lifting green cups and gold at the great feast.
Just for a small and a forgotten time
I have had full in my eyes from off my girl
The whitest pouring of eternal light.
The heavy knife. As to a gala day.

Der Arme wird ja im Morgengrauen umgebracht, weil seine Liebe ihn dazu bewegt hat, in den königlichen Garten einzudringen.

Aber das "just for a small and a forgtten time..." erinnert mich immer an den Seufzer des unglücklich Verliebten in den Weißen Nächten von Dostojewski: "... drei Nächte voller Seligkeit, ist das nicht genug für ein Menschenleben?"
Bubi40 - 28. Feb, 15:59

ich habe mich mit meinen "homöopatischen" englischkenntnissen mehr schlecht als recht durch ihren "favoriten" gequält ... es liegt auf der hand, dass sich ein wahrer genuss nicht einstellen wollte. aber wohl dem, der eine sprache so gut beherrscht (das gilt selbstredend auch für die deutsche), dass er ein liebesgedicht in eben dieser sprache wirklich genießen kann. sie haben mir da viel voraus.
aber ich bin sicher, wir treffen uns punktgenau an dieser stelle:

zum schönsten "liebesduett" der musikgeschichte; komponiert von einem der größten komponisten unserer erde treffen sich die beiden größten geigenspieler des 20. jahrhunderts. sie spielen auf zwei instrumenten der größten geigenbauer aller zeiten ...
David Oistrach auf einer Stradivari,
Yehudi Menuhin auf einer Guarneri.

Johann Sebastian Bach
doppelkonzert für zwei violinen, 2. satz, largo ma non troppo




was mit der sprache mitunter nur sehr bedingt funktioniert, die musik schafft es spielend ...
steppenhund - 28. Feb, 19:12

Das ist ein sehr gutes Beispiel. Die Musik kenne ich, seit ich zehn Jahre alt bin. Damals hatte meine Schwester aus Amerika Schallplatten mit den Konzerten geschickt. LP (ich glaube noch nicht einmal Stereo) Ich habe mich gewundert, wie gut mir die Musik gefallen hat. Ich war nicht unbedingt besonders von Bach fasziniert.
Ein anderer Kontrast ist hier zu hören:


Ich habe das Konzert zum ersten Mal ungefähr 1990 oder 1991 gehört - in Krakau mit Garrick Ohlsson und David(?) Murray. Ich habe nie mehr eine Trompete so pianissimo gehört wie damals. Die Krakauer Philharmonie ist kurz darauf abgebrannt. Es wurde für eine CD aufgenommen und es mussten die einzelnen Passagen genau abgestimmt werden, weil vorbeifahrende Tramways das ganze Haus erzittern ließen. ich glaube, sie haben damals sogar den Verkehr aufgehalten. Das ganze Konzert ist ja super, aber der zweite Satz gibt auch ungefähr den Gegensatz von zwei Polen wieder. - Die sich offensichtlich sehr gut verstehen!
Bubi40 - 29. Feb, 09:22

nach dem ende der darbietung (ich habe es mir nicht nehmen lassen mitzuklatschen), fällt mir sofort diese alte spruchweisheit ein: "hart gegen hart sprach der teufel; da schiss er gegen ein ungewitter." [aber nicht nur wegen des burlesken dritten satzes, aus dem einem ganz unverhohlen Till Eulenspiegel, Ero der Schelm oder Hodscha Nasreddin angrinst.] gegen Bach, Oistrach und Menuhin muss man schon sehr tief in die kiste greifen. sie haben natürlich, und das war zu erwarten, das rechte kaliber gegriffen.
ja, hier versteht man ohne worte, zumal die von mir (nicht nur als künstlerin) hochverehrte (und tiefgeliebte) Martha Argerich mit von der partie war. ich konstatiere also: eine punktlandung ... danke für den genuss ...
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