14
Nov
2011

Landshut ( Bayern ) 1475 ...

Georg der Reiche, der spätere Herzog von Bayern-Landshut, nimmt Jadwiga, die Tochter des polnischen Königs Kasimir IV., zur Frau. Das Hochzeitsfest in Landshut dauert acht Tage.
Während der Hochzeitswoche wurden nicht nur die adligen Gäste und ihre Begleitung, sondern auch die Bürger Landshuts und das niedere Volk von 146 Hofköchen gratis verpflegt: Laut Abrechnung wurden
- 323 Ochsen
- 490 Kälber
- 969 Schweine
- 27000 Schafe und Lämmer
- 11500 Gänse
- 40000 Hühner und genau
- 194345 Eier verzehrt
- samt Zigtausenden von Brotlaiben und Eimern Wein.
(wiki)

finsteres mittelalter ???
Teresa HzW - 14. Nov, 11:41

Die Landshuter Hochzeit, die Sie hier skizzieren, ist heute [keine Erinnerung mehr an "finsteres Mittelalter", sondern] ein wundervolles historisches Festspiel, das nur alle vier Jahre in Landshut öffentlich aufgeführt wird.

Es gehört zu den größten Festspielen Europas.
Ich durfte es vor Lichtjahren einmal miterleben. Unvergesslich!
Schon deshalb, weil über 2000 Mitwirkende in originalgetreuen Kostümen diese Hochzeit in Landshuts Innenstadt mit der ganzen Pracht des späten Mittelalters wieder aufleben lassen: die Hochzeit der polnischen Königstochter Hedwig Jagiellonica mit dem Landshuter Herzogssohn Georg.

Bereits 1474 wurde die Heirat mit der polnischen Königstochter ausgehandelt. Im Herbst des Jahres 1475 brach die 18-jährige Braut mit großem Geleit in Krakau auf. Nach zweimonatiger Reise traf sie in Landshut ein. Fürsten und Bischöfe emfpingen die Braut. Der Kurfürst von Brandenburg sprach von einer Schickung Gottes „zum Nutzen von Christenheit und Reich“. In der majestätischen Pfarrkirche St. Martin vollzog der Erzbischof von Salzburg die Trauung. Der Brautzug bewegte sich durch den weiten Platz der Altstadt und von oben grüßte damals wie heute die Burg: „eines Königssitzes würdig“. Aus den Fenstern der Häuser sahen die Damen den Rittern beim „Rennen über die Planken“ zu. Im Rathaus führte der Kaiser die Braut zum ersten Reigen und zehntausend Gäste zechten, spielten und tanzten.

Münchner Maler schmückten erst etwa 400 Jahre später den Prunksaal des Landshuter Rathauses mit Szenen dieser „Landshuter Hochzeit 1475“.
Diese Gemälde erweckten bei einigen Bürgern den Wunsch, den Zug der Fürsten, Bischöfe, Musikanten und Brautleute wieder ins Leben zu rufen. 1902 gründeten daher Augsburger Bürger den Verein „Die Förderer“. 1903 führten sie ihren „Brautzug“ zum ersten Mal durch die Stadt.

Heute entführt diese Hochzeit seine Zuschauer in ein Fest, das aufgrund seiner Nähe zum historischen Original eigentlich zu einem Dokumentarspiel wurde. Das Festspiel im Rathaussaal erinnert an die aufregenden Vorgänge des Jahres 1475.
Zahlreiche Begleitkonzerte lassen die „Musik und die Musikkultur um 1475“ wieder auferstehen, szenische Burlesken wie der „Mummenschanz“ zeitgenössische Tänze und mittelalterliche Reiter- und Ritterspiele erleben.
In der „Tavern in der Steckengassen“ frönt man dem mittelalterlichen Leben bei Musik, Speis und Trank. Spiele im nächtlichen Lager stimmen auf das große Fest ein. Mittendrin der erlebnishungrige Gast, der beim Hochzeitszug selbst zum Akteur wird, wenn er der Braut zujubelt.

Übrigens:
Das nächste Mal wird die "Landshuter Hochzeit 1475" im Juni/Juli 2013 aufgeführt.
Es wird gewiss ein einmaliges Schauspiel werden, da es mit einem großen Jubiläum der Wittelsbacher zusammenfällt: Dem 800jährigen Jubiläum der Übertragung der Pfalzgrafschaft an die Wittelsbacher...

Doch nun... suche ich noch... etwas leichte Muse.... einige Impressionen [in eigenem Kommentarfeld eingestellt], bevor ich Sie, lieber Josef und Ihre LeserInnen mit der Historie vollends "erschlage" :-)

Details zur Landshuter Hochzeit siehe hier>>> http://www.landshuter-hochzeit.de/das-fest/der-zeitgeschichtliche-rahmen/die-politischen-umstaende.html

Teresa HzW - 14. Nov, 12:01

Impressionen Landshuter Hochzeit

...wie 2000 Laienspieler mittelalterliche Atmosphäre zaubern...


Bubi40 - 14. Nov, 16:16

für den vertiefenden diskurs dankt olle josef ganz artig ...
diese "mittelalterspektakel" feiern ja zur zeit fröhliche urständ ...
wobei die landshuter ja wirklich eine gewachsene tradition haben.
aber irgendwie scheint sich der "moderne, aufgeklärte und immer in aktion befindliche" mensch nach der "guten alten" - und scheinbar gemäßigten - zeit zu sehnen.
kann ich schon verstehen ...
man sollte nur keinen eintritt verlangen ...
und sich die zahlen ganz oben ansehen ...
alles ohne penunse ...
da hätte olle josef liebend gern mitgespielt ...
Teresa HzW - 14. Nov, 19:36

Lassen Sie mich raten... Sie hätten wahrscheinlich am liebsten den Weinausschank mit den Auftritten der Minne- und Bänkelsänger "organisiert" rsp. anno dunnemal betrieben ;-)

Achja... es ist noch nicht zu spät:
Sie können sich für 2013 ja durchaus als einer der 2000 "Landshuter Hochzeiter" bewerben, lieber Josef, vielleicht als "herzogliche Wache" oder nein, noch viel besser als... M i n n e s ä n g e r !

Hier finden Sie die Spielregeln für einen "Hochzeiter"
http://www.landshuter-hochzeit.de/aktuelles/nachrichten-archiv/nachrichten-detail/article/was-ein-landshuter-hochzeiter-alles-wissen-muss-1.html

Na, denn.... :-o
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